Charon
Charon ist Plutos größter Mond und bildet ein binäres System mit Pluto. Er hat eine dunkelrote Polregion und hatte möglicherweise in der Vergangenheit kryovulkanische Aktivität.
Charon ist Plutos größter Mond und der größte bekannte Mond im Verhältnis zu seinem Planeten. Die beiden Körper sind so ähnlich in der Größe, dass sie oft als Doppelzwergplanetensystem oder binärer Planet betrachtet werden.
Ein Binäres System
Charon und Pluto umkreisen sich gegenseitig um ein gemeinsames Massenzentrum, das außerhalb Plutos liegt. Dies macht sie zu einem wahren binären System, im Gegensatz zu den meisten Planeten-Mond-Paaren, bei denen der Mond den Planeten umkreist.
Der Abstand zwischen Charon und Pluto beträgt nur etwa 19.640 Kilometer—weniger als der Abstand von der Erde zum Mond. Diese enge Nähe bedeutet, dass von Plutos Oberfläche aus Charon am Himmel viel größer erscheinen würde als unser Mond von der Erde aus.
Oberflächenmerkmale
Charons Oberfläche ist mit Wassereis bedeckt, mit einer dünnen Schicht von Kohlenwasserstoffmolekülen, die ihm eine rotbraune Farbe verleihen. Die nördliche Polregion ist besonders dunkel und rot, möglicherweise aufgrund von Tholinen—organischen Verbindungen, die entstehen, wenn ultraviolettes Licht mit Stickstoff und Methan interagiert.
Die Oberfläche zeigt Belege für ausgedehnte Frakturierung und mögliche vergangene kryovulkanische Aktivität. Es gibt große Schluchten und Täler, die möglicherweise durch die Ausdehnung des Mondes beim Abkühlen oder durch tektonische Aktivität entstanden sind.
Geologische Geschichte
Charon scheint in der Vergangenheit geologisch aktiv gewesen zu sein. Die Anwesenheit glatter Ebenen und das Fehlen großer Impaktkrater deuten darauf hin, dass die Oberfläche resurfaced wurde, möglicherweise durch Kryovulkanismus oder die Eruption von unterirdischem Wasser.
Im Gegensatz zu vielen anderen Monden zeigt Charon keine Anzeichen von Gezeitenheizung durch seinen Elternkörper, was darauf hindeutet, dass jegliche interne Aktivität durch radioaktiven Zerfall anstatt durch Gezeitenkräfte angetrieben wurde.
Erforschung
Charon wurde 1978 vom Astronomen James Christy entdeckt. Er wurde 2015 von der NASA-Raumsonde New Horizons besucht, die detaillierte Bilder und Daten über seine Oberfläche und Zusammensetzung lieferte.
Die Untersuchung Charons hilft Wissenschaftlern, die Geologie und Evolution von Kuipergürtelobjekten zu verstehen, und gibt Einblicke in die frühe Geschichte des Sonnensystems.